Kremmener Havel SV mit kleiner Sensation im Landespokal

Foto 03.05.15 12 16 23Den Abschluss der Hallensaison im brandenburgischen Volleyball bildet traditionell die Endrunde des Landespokals in Cottbus. Erstmals überhaupt konnten sich die Männer des Kremmener Havel SV für dieses hochklassig besetzte Turnier am vergangenen Wochenende (02./03.05.2015) qualifizieren. Die Auslosung bescherte den Oberhavelern zwar eine attraktive, aber wenig aussichtsreiche Gruppe. Zwei Gegner aus der Regionalliga, einer aus der Brandenburgliga und der Aufsteiger zur Brandenburgliga BSG Stahl Eisenhüttenstadt warteten auf den KHSV, der in der zurückliegenden Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Landesliga sichern konnte.

Und vielleicht war es eben die Lockerheit der Außenseiterrolle, die dafür sorgte, dass an diesem Wochenende alles ein wenig anders lief als erwartet. Nachdem im ersten Spiel Brandenburgligist Schulzendorf mit 2:0 (25:15, 25:19) deutlich besiegt werden konnte, musste sich der KHSV dem Regionalligisten SV Energie Cottbus mit 0:2 (20:25, 22:25) geschlagen geben. Als es dann nach harten Kampf und mit viel Willen gelang den zwei Klassen höher spielenden KSC Asahi Spremberg nach 0:1 Rückstand im Tie-Break noch mit 2:1 zu besiegen, war plötzlich sogar das Erreichen des Viertelfinals möglich.

Um den dafür nötigen zweiten Platz in der Gruppe zu belegen, fehlte noch ein Sieg im letzten Spiel gegen Eisenhüttenstadt, die ihrerseits auch noch Chancen auf die nächste Runde hatten. Der erste Satz ging mit 25:16 eindeutig an die gut spielende BSG. Im zweiten Satz wechselte die Führung immer wieder bevor es dem KHSV-Sechser dank mannschaftlicher Geschlossenheit gelang sich mit 25:21 durchzusetzen. Die Entscheidung musste der Tiebreak bringen. Nach starkem Beginn ließ man den Gegner wieder herankommen. Schließlich riss bei Eisenhüttenstadt aber völlig der Faden und die weiter konzentriert spielenden Oberhaveler nutzten dies, um sich den Satz mit 15:8 zu holen. Die erste Sensation war perfekt.

Als der Jubel dann langsam verklungen war, stellten sich dann aber die Probleme dieses Erfolges ein. Als krasser Außenseiter war man nicht auf eine Fortsetzung des Turniers am Sonntag vorbereitet und musste die Abreise mehrerer Leistungsträger verkraften. Für den verbliebenen Rumpf-Sechser galt allerdings: Wenn man schon mal da ist, wird auch weitergespielt. Leider klappte es nicht mit dem erhofften Traumlos gegen den Zweitligisten vom SV Lindow-Gransee. Aber auch mit dem Drittligisten TKC Wriezen wartete am Sontag morgen ein großer Name in der Runde der letzten Acht.

Groß aber dann doch nicht zu groß. Vielleicht überrascht von der etwas unkonventionellen Spielweise der noch verbliebenen Männer des KHSV, vielleicht etwas übermotiviert gelang Wriezen im ersten Satz nichts und dem KHSV alles was notwendig war. Plötzlich stand es 25:12 und die Kreveler mit einem Bein im Halbfinale. Im zweiten Satz kam der TKC dann etwas besser ins Spiel, rieb sich aber immer wieder an der aufopfernd kämpfenden Abwehr des Gegners auf. Zudem gelang dem KHSV den ehemaligen Bundesligaspieler Ricardo Galandi immer wieder optimal einzusetzen. Nachdem ein Satzball beim Stand von 23:24 abgewehrt werden konnte, machte der KHSV drei Punkte in Folge und schaltete den Drittligisten völlig überraschend mit 2:0 aus – Halbfinale!

In der Runde der letzten Vier klappte es dann auch mit dem Traumlos noch. Der SV Lindow-Gransee war als gesetztes Team erst im Viertelfinale eingestiegen und hatte sich beim klaren 25:14 und 25:11 schon einmal warmgeschossen. Das folgende Duell des Titelfavoriten gegen den Favoritenschreck aus dem Landkreis Oberhavel war dann allerdings keines mehr auf Augenhöhe. Der Zweitligist bestimmte das Tempo des Spiels nach Belieben und ließ keinen Zweifel an den eigenen Ambitionen. Allzu häufig blieb dem KHSV nur anerkennendes Zuschauen. Schließlich hieß es 15:25 und 12:25. Trotz dieser klaren Niederlage war es für die meisten Spieler des KHSV der sicher größte sportliche Erfolg ihrer Karriere und für die gesamte Mannschaft eine Sensation soweit gekommen zu sein.

In einem packenden Finale sicherte sich Lindow-Gransee gegen den TSGL Schöneiche den Landespokal mit 2:1 (28:26, 17:25, 18:16).

Für den Kremmener Havel SV spielten: Michael Bade, Fabian Flieger, Ricardo Galandi, René Goliasch, Mario Günther, Christian Hein, Martin Rippmann, Daniel Runge, Mathias Zeise und Martin Zschocher.

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2 Kommentare

  1. 1

    Jungs, das war ganz großer Sport! Hat wirklich Spaß gemacht euch zuzusehen und anzufeuern. Für die richtige Leidenschaft muss man eben doch etwas weiter in die Niederungen des Volleyballsports gehen :P Da können sich manche eurer Gegner noch was von abschneiden ;)

  2. 2
    Claudia Hein

    Daumen hoch.
    Schöner Bericht, Tini.

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