Vier Punkte gewonnen oder zwei verloren?

vsv-vcoGeht man von der aktuellen Tabellenlage aus, so haben die Frauen des VSV Havel am Doppelspieltag zwei wichtige Punkte im Rennen um den zweiten Platz verloren und stehen nur dank eines Spiels mehr auf eben diesem Platz. Sieht man sich die Personallage und den Fakt an, dass man als einzige Mannschaft bereits seit neun Wochen ohne Pause Spiele bestreitet, so kann und muss man mit den vier gewonnen Punkten leben.

Am Samstag hieß der Gegner in eigener Halle zunächst Marzahner VC, gegen den am ersten Spieltag noch deutlich mit 3:0 gewonnen wurde. Da auch die Mannschaft von Trainer Horst Dutz in dieser Saison personell geschwächt ist, sah man Chancen, diesen Erfolg zu wiederholen. Auf zwei Positionen verändert gingen die Frauen um das Trainergespann Bade/Galandi in die Partie. Souverän in allen Bereichen gestalteten die Frauen den ersten Satz, den man unter Applaus der ca. 50 laustarken Zuschauer mit 25:18 für sich entscheiden konnte.

Im zweiten Durchgang wurde daran leider nicht angeknüpft, zu leichtfertig wurden einfache Punkte hergeschenkt. Als die Berlinerinnen bereits mit zehn Punkten in Führung lagen, wurde der Kampfgeist geweckt und der Rückstand kurzzeitig bis auf drei Zähler verringert. Letztlich reichte es jedoch nicht mehr zum Satzgewinn (-20).

Der dritte Satz gestaltete sich bis zum 11:11 offen. Katja Joachim ging daraufhin zum Aufschlag und gab diesen dank unzähliger Service-Winner  und gleichzeitig starker Blockarbeit für lange Zeit nicht ab. Lediglich einen weiteren Punkt konnten die Gäste im Verlauf noch für sich verbuchen.

Dieser starken Leistung folgte aber unerklärlicherweise erneut ein Tief. Eigene Annahmen kamen nicht mehr und Angriffe endeten reihenweise als Fehler, sodass Marzahn nach Sätzen ausgleichen konnte und der Tie-Break entscheiden musste.

Nach dem 7:8-Seitenwechsel aus eigener Sicht konnten die Hauptstädterinnen zwei weitere Punkte verbuchen und schienen beim 10:7 demnach auf der Siegerstraße. Die Oranienburgerinnen wollten sich jedoch nicht mit einem Punkt begnügen und zogen noch einmal an. Mit 15:12 blieben Satz und Spiel letztlich doch noch in der Havelstadt.

Nicht einmal 24 Stunden später luden die Nachwuchstalente vom VC Olympia Berlin zum Gastspiel ein. Auch hier konnte man sich in der Hinrunde noch einen deutlichen 3:1-Sieg erarbeiten, den es zu wiederholen galt, nachdem man über Nacht den zweiten Tabellenplatz an die Mannschaft vom TSV Tempelhof/Mariendorf abgeben musste.

Mit zehn eigens mitgereisten und vor allem lautstarken Fans konnte der VSV die großgewachsenen Gäste im ersten Satz knapp mit 25:23 besiegen. Im zweiten Durchgang zeigte sich jedoch, dass der Kampfgeist der Berlinerinnen damit keineswegs schon gebrochen war. Mit wuchtigen Außenangriffen und starken Aufschlägen setzten sie den Oranienburgerinnen zu und sicherten sich verdient den zweiten Satz (-21).

Durchgang drei war wieder in Händen des VSV. Mit stabilisierter Annahme und eigenem risikoreichen Aufschlag konnte der VCO seinerseits unter Druck gesetzt werden. Mit 25:19 ging dieser Satz an die Gäste, die damit nur noch 25 Punkte vom Spielgewinn entfernt waren. Wie jedoch schon am Vortag konnte der vierte Satz nicht die Entscheidung bringen, sodass sich die Berlinerinnen in den Tie-Break kämpfen (-21) und dem VSV damit bereits mindestens einen Punkt abnehmen konnten.

Hier zeigten sich jedoch die größere Erfahrung und die Geschlossenheit der Oranienburger Mannschaft. Franziska Ambos, die durch ihre taktisch cleveren Zuspiele an diesem Tag glänzte, hatte im Entscheidungssatz das erste Aufschlagrecht und gab dieses bis zum 7:0 nicht mehr ab. Die Gastgeber zeigten keine Gegenwehr mehr und gaben den Satz unter ihrem eigentlichen Niveau deutlich mit 15:4 ab. Nichtsdestotrotz konnten sie mit dem gewonnen Punkt die rote Laterne wieder an den Marzahner VC abgeben.

Als Fazit kann gesagt werden, dass die VSV-Mädels derzeit leider nicht konsequent ihre Leistung abrufen und vor allem gegen vermeintlich schwache Gegner oft Punkte liegen lassen. Auch wenn der Kader aktuell ausgedünnt ist, sollte dies keine Ausrede sein. In der nächsten Woche muss nun besonders hart gearbeitet werden, um am letzten Spieltag in diesem Jahr punkten zu können. Gegner ist dann die starke Mannschaft vom Tabellendritten TSV Tempelhof/Mariendorf, an dem man an diesem Wochenende nur aufgrund des Doppelspieltags vorbeiziehen konnte.

Wer das Team im Kampf um Platz zwei unterstützen möchte, kann sich am 15.12. um 16 Uhr in der Bosestraße 21, 12103 Berlin, einfinden und lautstark anfeuern. Danach geht es in die wohlverdiente Weihnachtspause, ehe am 11.01.14 mit dem SV Energie Cottbus (4. Platz) ein weiterer harter Brocken auf den VSV wartet.

VSV – Marzahn 3:2 (18, -20, 12, -21, 12)
VSV – VCO 3:2 (23, -21, 19, -21, 4)

VSV: M. Sabrowske, K. Sabrowske, N. Sabrowske, Joachim, Kornprobst, Kraeft, Ambos, Husmann, Vogel

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