Trotz Licht und Schatten volle Punktzahl

Beim ersten Spiel der neuen Regionalligasaison mussten die Frauen des VSV Havel Oranienburg beim letztjährigen Tabellenfünften Marzahner VC ans Netz. Zwar konnte man in beiden vorherigen Begegnungen die Oberhand behalten, doch wusste bisher niemand, inwieweit sich der Gegner um Trainer Horst Dutz personell verändert hatte.

Das VSV-Trainergespann um Michael Bade und Ricardo Galandi konnte indes fast auf den kompletten Kader zurückgreifen, einzig die mit einem Doppelspielrecht ausgestattete Natalie Sabrowske war mit dem SC Potsdam auf Punktejagd.

Nach der langen Sommerpause war die Vorfreude auf das Premierenspiel bei allen Spielerinnen groß. Dass die Frauen in der spielfreien Zeit jedoch nicht untätig waren, zeigte sich bereits zu Beginn des Spiels. Eine solide Annahme machte es Zuspielerin Ambos leicht, ihre Angreifer in Szene zu setzen. Diese dankten es ihr mit einer Kombination aus harten und platzierten Angriffsschlägen. Souverän konnten sich die Oranienburgerinnen den Satz mit 25:15 sichern.

Im zweiten Durchgang konnte nicht gänzlich an diese Leistung angeknüpft werden. In der Anfangsphase rannten die Damen um Kapitänin Haferkorn einem Rückstand hinterher, der erst Mitte des Satz egalisiert und in eine minimale Führung umgewandelt werden konnte. Da sich auf VSV-Seite die individuellen Fehler in dieser Phase jedoch häuften und Marzahn gleichzeitig besser ins Spiel fand, wurde es bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwei Aufschlagfehler bei eigenen Satzbällen ließen den Gegner kurz hoffen, doch letztlich konnte auch dieser Durchgang etwas glücklich mit 28:26 auf der Habenseite verbucht werden.

Der dritte Satz gestaltete sich wieder deutlicher. Der Annahmeriegel konnte stabilisiert werden, gleichzeitig verbesserte sich das Block-Abwehr-Verhalten, sodass es den Berlinerinnen seltener gelang, den direkten Punkt zu machen. Das schnellere und vor allem im Aufschlag risikoreichere Spiel der Oranienburgerinnen zeigte hingegen Wirkung. Mit 25:20 wurden unter lautstarkem Applaus der zahlreich mitgereisten Fans der Gewinn des dritten Satzes und die ersten Punkte der neuen Saison bejubelt.

VSV – MVC: 3:0 (15, 26, 20)

VSV: Haferkorn, Heidepriem, Kraeft, Kornprobst, Husmann, Joachim, Ambos, K. Sabrowske, M. Sabrowske, Mittelstedt, Vogel

Trotz des gelungenen Einstandes konnte nicht lang gefeiert werden, da gleich zu Beginn ein Doppelspieltag auf dem Programm stand und somit am folgenden Tag ein weiteres Duell auf die VSV-Damen wartete. Zu Gast in der neuen Heimspielhalle des HBI-Sportforums war nun die Nachwuchsmannschaft des VC Olympia Berlin II, die man zwei Wochen zuvor beim Vorbereitungsturnier bereits kennenlernen und schlagen konnte.

Michael Bade und Ricardo Galandi, die auf den kompletten Kader zurückgreifen konnten, schickten zu Beginn eine gegenüber dem Vortag auf vier Positionen veränderte Mannschaft aufs Feld. Unter den Augen der ca. 60 Zuschauer wirkten die Damen etwas verkrampft, konnten den ersten Satz aber dennoch recht deutlich mit 25:20 gewinnen.

Die kurze Pause nach Abpfiff wurde auf VSV-Seite genutzt, um sich bei den Urgesteinen Anja Spielvogel, Verena Schweiger und Christina Gebhard zu bedanken, die der Mannschaft aufgrund von Schwangerschaft und Job in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Ingo Jusepeitis nahm diese Aufgabe in die Hand und überreichte den Damen jeweils eine kleine Aufmerksamkeit.

Daraufhin wurde die Konzentration wieder aufs Spielfeld gelegt. Nach Wiederanpfiff ließ das Team jedoch weiterhin die Spielfreude des vorherigen Tages vermissen. Die VCO-Spielerinnen nutzten die Schwächephase der Oranienburgerinnen aus und erkämpften sich Punkt für Punkt. Ein Aufbäumen reichte am Ende zwar, um an den Gegner heranzukommen, mit 26:24 musste der Satz aber trotzdem abgegeben werden.

Somit war alles wieder auf null gestellt. Die Worte in der Satzpause schienen jedoch nicht das Gehör der Spielerinnen gefunden zu haben. Völlig von der Rolle präsentierte man sich zum Satzbeginn. Unkonzentriertheiten und Abstimmungsfehler führten dazu, dass die jungen Berlinerinnen eine deutliche 18:8-Führung herausspielen konnten. Als kaum noch jemand damit rechnete, bäumten sich die Oranienburgerinnen auf, wollte man doch keine Punkte an den Gegner abgeben. Die Annahme wurde sicherer, die Aufschläge druckvoller und die Blockarbeit, besonders durch Kristin Sabrowske, konsequenter. Zuschauer wie Spielerinnen wurden nun wach, bejubelten jeden weiteren Punkt, bis tatsächlich der Ausgleich erreicht wurde. Dank der größeren Erfahrung konnte schließlich doch noch der 26:24-Satzgewinn gefeiert werden.

Mit diesem Erfolgsrerlebnis im Rücken, konnte im vierten Satz erstmals an diesem Tag annähernd Normalleistung gezeigt werden. Da die jungen VCO-Spielerinnen noch vom vorherigen Satzverlust gezeichnet waren, konnten die VSV-Damen befreiter aufspielen und mit 25:19 den deutlichsten Satz des Tages auf ihrer Seite verbuchen.

Der Doppelspieltag hat somit die erhofften sechs Punkte und damit die vorrübergehende Tabellenführung eingebracht. Dennoch zeigt sich, dass Licht und Schatten herrscht. Bis zum nächsten Spieltag (28.09.2013, 16 Uhr, HBI-Sportforum) muss weiter hart gearbeitet werden, um gegen den personell verbesserten TSV Tempelhof-Mariendorf weitere Punkte einzufahren.

VSV – VCO: (25:20, 24:26, 26:24, 25:19)

VSV: Haferkorn, Ambos, Mittelstedt, Joachim, Kornprobst, Husmann, Heidepriem, Kraeft, K. Sabrowske, N. Sabrowske, M. Sabrowske, Vogel

Ein Kommentar

  1. 1

    Guter, sehr treffender Artikel ;) Da ist noch Luft nach oben, Mädels.

    Danke an dieser Stelle an die fleißigen Helfer, die unser erstes Heimspiel so toll organisiert haben! Insbesondere Wolf-Dieter, Ingo, Tony, Thomas und Anne! Und nicht zu vergessen sind natürlich unsere überaus süßen Ballmädels, die einen super Job gemacht haben!

    Bis nächsten Samstag! Krissy.

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